Lebenslauf und Anschreiben auf Englisch
Wie Sie Lebenslauf und Anschreiben so aufbauen, wie ein englischsprachiger Arbeitgeber sie erwartet: Aktionsverben, Ergebnisse statt Aufgaben und der richtige Ton im Anschreiben.
Ein Lebenslauf, der Wort für Wort aus dem Deutschen übersetzt wurde, liest sich oft wie korrektes Englisch und funktioniert trotzdem nicht als Lebenslauf: Die Sätze stimmen, aber niemand liest das Dokument zu Ende. Das Problem ist fast nie die Grammatik. Es liegt in Aufbau und Ton: was ein Lebenslauf (CV oder resume) auf Englisch enthält, was man weglässt und wie offen man über die eigenen Erfolge sprechen darf.
Was hineingehört, und in welcher Reihenfolge
- Kontaktdaten – Name, Telefon, E-Mail, Ort (ohne vollständige Adresse), LinkedIn-Link oder Portfolio, falls vorhanden.
- Eine kurze Zusammenfassung über Sie (optional, 2 bis 3 Zeilen) – was Sie tun und was Sie suchen, nicht Ihre Lebensgeschichte.
- Berufserfahrung (Work experience), von der neuesten zur ältesten Stelle – das ist der Abschnitt, der zuerst gelesen wird.
- Ausbildung (Education: Schule, Studium und Berufsausbildung; für eine Berufsausbildung sind auch apprenticeship oder vocational training üblich), meist kurz, außer bei der ersten Stelle.
- Fähigkeiten – Sprachen, Werkzeuge, Zertifikate.
Was man üblicherweise weglässt, und warum es nützlich ist, das zu wissen: das Foto, das Geburtsdatum, den Familienstand und die Staatsangehörigkeit. Im traditionellen deutschen Lebenslauf gehören diese Angaben oft dazu; bei Bewerbungen im englischsprachigen Raum (Vereinigtes Königreich, USA, die meisten internationalen Unternehmen) in der Regel nicht, und ihr Vorhandensein wirkt eher altmodisch als gründlich.
Die Zeile, die wirklich gelesen wird: ein Ergebnis, eine Zeile
Der Hauptunterschied zwischen einem übersetzten und einem wirksamen Lebenslauf: Zählen Sie keine Aufgaben auf, nennen Sie Ergebnisse. Im Deutschen schreibt man oft im Nominalstil („Verantwortlich für die Vertriebsabteilung“, „Leitung eines Teams von sechs Personen“); im Englischen sagt das nicht, was Sie erreicht haben.
❌ Verantwortlich für die Vertriebsabteilung. (übersetzt: Responsible for the sales department.) ✅ Led a team of six and grew regional sales by 18% in a year.
Das Schema Situation → Handlung → Ergebnis, das im Vorstellungsgespräch funktioniert, funktioniert auch hier, auf eine Zeile verdichtet: was Sie getan haben und was daraus folgte. Eine Zahl ist besser als ein Adjektiv: grew sales by 18% sagt mehr als significantly improved the sales indicators.
Beginnen Sie mit einem Verb, und wiederholen Sie nicht immer dasselbe
Jeder Aufzählungspunkt sollte mit einem Aktionsverb in der Vergangenheit beginnen: niemals was responsible for, was in charge of oder helped with, Formulierungen, die verschleiern, wer die Arbeit tatsächlich gemacht hat.
Starke Verben nach Art des Erfolgs:
| Hat etwas aufgebaut | Hat etwas verbessert | Hat Menschen geführt | Hat ein Problem gelöst |
|---|---|---|---|
| built, developed, designed, launched | improved, reduced, increased, streamlined | led, managed, mentored, coordinated | resolved, diagnosed, fixed, prevented |
- Reduced page load time by 40% by rewriting the caching layer.
- Negotiated a contract renewal that cut supplier costs by 12%.
- Mentored two junior developers, both promoted within a year.
Bei jedem Punkt dasselbe Verb zu wiederholen ist das zweitgrößte Problem, nach den unpersönlichen Formulierungen über Aufgaben: Der Lebenslauf liest sich, als hätten Sie in keinem Projekt etwas anderes getan.
Die Zeitform: Vergangenheit für frühere Stellen, Gegenwart für die aktuelle
- I managed the migration. (eine Tätigkeit, die Sie beendet haben)
- I manage a team of five. (Ihre aktuelle Stelle)
Beides in einem Lebenslauf zu mischen – manche Punkte in der Vergangenheit unter einer Stelle, die noch als aktuell angegeben ist – ist ein kleiner Fehler, den eine englischsprachige Leserschaft sofort bemerkt: Er erweckt den Eindruck, niemand habe das Dokument noch einmal gelesen.
Das Anschreiben: kürzer und direkter, als es nötig scheint
Das deutsche Anschreiben beginnt oft mit einer Wendung wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen“ oder „hiermit bewerbe ich mich“ und endet mit „Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr. Mit freundlichen Grüßen“. Im Englischen liest sich das wie Füllmaterial. Drei kurze Absätze sind die erwartete Länge, kein Minimum, das erreicht werden muss.
- Warum Sie schreiben und für welche Stelle – in einer einzigen Zeile.
- Ein oder zwei konkrete Gründe, warum Sie passen – verknüpft mit einem Element der Stellenanzeige selbst, nicht mit einer allgemeinen Behauptung.
- Ein kurzer, selbstsicherer Schluss.
- I'm writing to apply for the Backend Engineer role at [Company]. I've spent four years building Python services at scale, most recently leading the migration your job post describes needing help with.
- I'd welcome the chance to discuss how my experience with [specific thing] could help your team. Thank you for considering my application.
Vermeiden Sie I am very interested in this exciting opportunity: Dieser Satz sagt der lesenden Person nichts, was sie diese Woche nicht schon fünfzigmal gelesen hat. Ein konkretes Element aus dem Text der Anzeige schon in der zweiten Zeile zu nennen wirkt besser als jede Begeisterung in der ersten.
Formell, aber nicht steif
Der Tonfall liegt hier eher bei einem Geschäftsbrief als bei einem Rechtsdokument. I would be delighted to und I am writing to enquire sind grammatisch richtig, klingen aber im Mund der meisten Bewerbenden zu feierlich; I'm writing to apply for und I'd welcome the chance to sind ein modernes, natürlicheres berufliches Register und bleiben dabei durchaus professionell.
Eine häufige Übersetzungsfalle
Das deutsche Wort „Erfahrung“ lässt sich zählen und in den Plural setzen („meine beruflichen Erfahrungen“, „eine wertvolle Erfahrung“). Im Englischen ist experience in diesem Sinn nicht zählbar.
❌ I have the experience in project management. ✅ I have experience in project management. / I have five years' experience managing projects.
❌ My professional experiences are... ✅ My experience includes... (in diesem Sinn nicht zählbar, ohne Plural)
Testen Sie Ihr Wissen
Der folgende Test behandelt die Umwandlung einer Aufgabe in ein Ergebnis und die Wahl der Verben, durch die ein Lebenslauf so wirkt, als stamme er von einem Muttersprachler oder einer Muttersprachlerin, nicht aus einer Übersetzung.