⚠️8 Fehler, die Deutschsprachige im Englischen machen
Die häufigsten Englischfehler von Deutschsprachigen – und warum sie direkt aus der Grammatik und dem Wortschatz des Deutschen stammen: falsche Freunde, seit, Perfekt, Wortstellung und mehr.
Die meisten Fehler, die Deutschsprachige im Englischen machen, sind kein Zufall: Sie folgen direkt aus der Funktionsweise des Deutschen. Sobald man versteht, woher ein Fehler kommt, ist es viel leichter, ihn nicht mehr zu machen.
1. Falsche Freunde
Deutsch und Englisch sind eng verwandt, und viele Wörter sehen fast gleich aus oder klingen gleich. Das hilft meistens – außer dort, wo sich die Bedeutung im Lauf der Jahrhunderte auseinanderentwickelt hat.
❌ I became a letter from the bank. (gemeint: „Ich bekam einen Brief“) ✅ I got a letter from the bank. / I received a letter from the bank.
Become heißt „werden“, nicht „bekommen“ – die klassische Falle.
❌ I forgot my handy at home. (gemeint: „Ich habe mein Handy vergessen“) ✅ I forgot my mobile phone at home. (britisch) / I forgot my cell phone at home. (amerikanisch)
Handy ist im Englischen ein Adjektiv und heißt „praktisch, nützlich“: a handy tool.
Einige weitere zum Nachprüfen:
| Englisches Wort | Sieht aus wie | Bedeutet in Wahrheit |
|---|---|---|
| become | bekommen | werden („bekommen“ = get, receive) |
| actually | aktuell | eigentlich, tatsächlich („aktuell“ = current, currently) |
| eventually | eventuell | schließlich, am Ende („eventuell“ = possibly, maybe) |
| sensible | sensibel | vernünftig („sensibel“ = sensitive) |
| sympathetic | sympathisch | mitfühlend („sympathisch“ = nice, likeable) |
| gift | Gift | Geschenk („Gift“ = poison) |
| chef | Chef | Koch, Köchin („Chef“ = boss) |
| brave | brav | mutig („brav“ = well-behaved) |
| rent | Rente | Miete („Rente“ = pension) |
| fast | fast | schnell („fast“ = almost) |
| also | also | auch („also“ = so, therefore) |
| billion | Billion | Milliarde („Billion“ = trillion) |
| gymnasium | Gymnasium | Turnhalle („Gymnasium“ = grammar school) |
2. „Seit“ mit Präsens statt present perfect
Für etwas, das in der Vergangenheit begonnen hat und bis jetzt andauert, benutzt das Deutsche das Präsens: „Ich wohne seit fünf Jahren hier.“ Das Englische verlangt das present perfect – und teilt das eine deutsche „seit“ in zwei Wörter.
❌ I live here since five years. ✅ I**'ve lived** here for five years.
❌ She learns English since 2019. ✅ She**'s learned** English since 2019.
For steht bei einer Dauer (for five years), since bei einem Startpunkt (since 2019). Beide verlangen das present perfect, nie das present simple. Und „vor drei Jahren“ heißt three years ago, mit ago hinter der Zeitangabe – nicht before: ❌ I met her before three years. → ✅ I met her three years ago.
3. Das Perfekt für Vergangenes – statt past simple
Im gesprochenen Deutsch ist das Perfekt die normale Form für ein abgeschlossenes Ereignis: „Ich habe ihn gestern gesehen.“ Das englische present perfect passt hier nicht – bei einer genau benannten Zeit steht das past simple.
❌ I have seen him yesterday. ✅ I saw him yesterday.
❌ We have been in Berlin last summer. ✅ We were in Berlin last summer.
Die Faustregel: Steht eine Zeitangabe wie yesterday, last week oder in 2019 im Satz, folgt das past simple. Das present perfect bleibt für Erfahrungen und Ergebnisse ohne genaue Zeitangabe: I have seen that film.
4. Das Verb nicht an die zweite Stelle schieben
Im deutschen Hauptsatz steht das Verb immer an zweiter Stelle – auch wenn vorn eine Zeitangabe steht, rückt dann das Subjekt hinter das Verb. Im Englischen bleibt die Reihenfolge Subjekt–Verb.
❌ Yesterday went I to the cinema. ✅ Yesterday I went to the cinema.
❌ Now have we a problem. ✅ Now we have a problem.
Dazu kommt die Reihenfolge der Angaben. Das Deutsche sagt „Ich trinke jeden Morgen Kaffee“ (Zeit vor Objekt), das Englische stellt das Objekt direkt hinter das Verb und die Zeitangabe ans Ende.
❌ I drink every morning coffee. / I go every day to school. ✅ I drink coffee every morning. / I go to school every day.
Im Englischen steht zwischen Verb und Objekt in der Regel nichts: ❌ I like very much football. → ✅ I like football very much.
5. Fragen und Verneinung ohne „do“
Das Deutsche bildet Fragen durch Umstellung („Sprichst du Englisch?“) und Verneinung mit nicht oder kein („Ich spreche kein Englisch“). Das Englische verlangt ein Hilfsverb – do / does / did –, das im Deutschen keine Entsprechung hat.
❌ Speak you English? / Where live you? ✅ Do you speak English? / Where do you live?
❌ I speak no English. / He not likes coffee. ✅ I don't speak English. / He doesn't like coffee.
Denken Sie auch daran, dass das Hauptverb nach do in der Grundform bleibt: Does he speak …?, nie Does he speaks.
6. „Will“ ist nicht „wollen“, „must not“ ist nicht „muss nicht“
Die deutschen Modalverben haben englische Gegenstücke, die sich ähnlich anhören und etwas anderes bedeuten.
❌ I will a coffee. (gemeint: „Ich will einen Kaffee“) ✅ I'd like a coffee. / I want a coffee.
Will ist das Verb der Zukunft, nicht des Willens. Für einen höflichen Wunsch sagt man I'd like.
❌ You must not come if you don't want to. (gemeint: „Du musst nicht kommen“) ✅ You don't have to come if you don't want to.
Im Deutschen heißt „muss nicht“, dass etwas nicht nötig ist, und „darf nicht“, dass etwas verboten ist. Das englische must not entspricht „darf nicht“: You mustn't smoke here. Für „muss nicht“ steht don't have to.
7. Artikel: zu viele, zu wenige
Das Deutsche hat Artikel, benutzt sie aber anders: Es setzt den bestimmten Artikel vor allgemeine und abstrakte Wörter („das Leben“, „die Musik“, „die Hunde“) und lässt ihn vor einem Beruf weg („Sie ist Ärztin“). Das Englische macht es umgekehrt.
❌ The life is hard. / I love the music. ✅ Life is hard. / I love music.
❌ She is doctor. / He is engineer. ✅ She is a doctor. / He is an engineer.
❌ I go to the school. (gemeint: „Ich gehe zur Schule“) ✅ I go to school.
Und noch eine Falle, die aus dem Genus kommt: Im Deutschen sagt man „der Tisch – er ist schön“. Im Englischen heißt jedes Ding it, nur Menschen (und manchmal Tiere) he oder she.
❌ I like the table. She is beautiful. ✅ I like the table. It is beautiful.
8. Präpositionen, die dem Deutschen nachgebaut sind
Viele deutsche Verben haben eine andere Präposition als ihr englisches Gegenstück, und die wörtliche Übersetzung erzeugt einen häufigen Fehler.
❌ I wait on the bus. / I'm interested on music. ✅ I wait for the bus. / I'm interested in music.
❌ Everything depends from the weather. / I think on you. ✅ Everything depends on the weather. / I think of you. / I think about you.
❌ I'll see you at Monday. / I study at the evening. ✅ I'll see you on Monday. / I study in the evening.
„Warten auf“ ist wait for, „sich interessieren für“ ist be interested in, „abhängen von“ ist depend on, „denken an“ ist think of oder think about. Und die deutschen „am Montag“ und „am Abend“ teilen sich im Englischen in on Monday und in the evening.
Was alle diese Fehler gemeinsam haben – keiner ist eine Lücke in Ihrem Englisch. Jeder ist eine Regel des Deutschen, die auf die falsche Sprache angewendet wurde. Das ist die gute Nachricht: Sie brauchen kein neues Wissen, sondern nur den Blick dafür, wo sich die beiden Systeme trennen.
Noch ein paar zum Nachprüfen
Zukunft mit dem Präsens. Das Deutsche sagt „Morgen fahre ich nach Berlin“ – Präsens plus Zeitwort. Im Englischen braucht die Zukunft eine eigene Form: ❌ Tomorrow I go to Berlin. → ✅ Tomorrow I**'m going** to Berlin. (ein fester Plan) / I**'ll go**.
„Wenn“ ist if und when, und kein would im if-Satz. Das deutsche „wenn“ deckt beides ab: ❌ When it rains tomorrow, we stay at home. → ✅ If it rains tomorrow, we**'ll** stay at home. Und weil man im Deutschen umgangssprachlich „wenn ich Zeit haben würde“ hört, entsteht ❌ If I would have time, I would come. → ✅ If I had time, I would come.
Sein statt haben. „Ich habe Hunger“ und „ich habe Durst“ werden im Englischen mit be gebildet. ❌ I have hunger. → ✅ I**'m** hungry. / I**'m** thirsty.
Zählbar und nicht zählbar. Im Deutschen sind „Informationen“, „Ratschläge“, „Möbel“, „Hausaufgaben“ und „Nachrichten“ gewöhnliche Pluralformen. Im Englischen sind information, advice, furniture, homework und news nicht zählbar: kein Plural, kein a, das Verb im Singular. ❌ I need some informations. / The news are bad. → ✅ I need some information. / The news is bad. Zum Zählen sagt man a piece of advice, two pieces of furniture.
Komma und Großschreibung. Das Deutsche setzt ein Komma vor „dass“: ❌ I think, that he is right. → ✅ I think that he is right. Und es schreibt alle Nomen groß, das Englische nur Eigennamen, Sprachen, Nationalitäten, Monate und Wochentage: ❌ I have a Dog and a Cat. → ✅ I have a dog and a cat. Dafür schreibt das Englische I immer groß, auch mitten im Satz: ❌ yesterday i went home. → ✅ Yesterday I went home. Auch „man“ gibt es nicht: ❌ Man can see the sea. → ✅ You can see the sea. / One can see the sea.
Aussprache: „th“, „w“ und der Auslaut. Das Deutsche kennt keinen „th“-Laut; er wird zu „s“, „z“ oder „d“: I sink so statt I think so, zis statt this. Das deutsche w ist ein /v/, das englische w ein weicher Laut mit gerundeten Lippen: wine darf nicht wie vine klingen. Und am Wortende werden stimmhafte Konsonanten im Deutschen stimmlos: bad klingt dann wie bat, dog wie dock. Das sind Fehler der Aussprache, nicht der Grammatik, aber sie fallen genauso auf.
Dieselbe Nachricht, vorher und nachher
Vorher: Hello! I have seen a film yesterday. I live here since two years and I wait on my friend now. I have hunger, also I will a coffee.
Nachher: Hello! I saw a film yesterday. I**'ve lived** here for two years and I**'m waiting for** my friend now. I**'m** hungry, so I**'d like** a coffee.
Sechs Fehler in drei Zeilen – und keiner verhindert das Verständnis, und genau deshalb korrigiert sie niemand von allein.
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