Die vier Silbentypen im Englischen
Die nützlichste Leseregel für englische Vokale: An der Silbe erkennen Sie, ob ein a als [æ], [eɪ], [ɑː] oder [eə] klingt – und warum das stumme e am Wortende kein deutsches e ist.
Das ist die nützlichste aller Leseregeln. Im Englischen wird ein Vokalbuchstabe je nach dem, was nach ihm kommt, unterschiedlich gelesen, und es gibt nur vier mögliche Varianten. Mit diesen vieren können Sie ein Wort laut lesen, das Sie noch nie gesehen haben – ohne seine Bedeutung zu kennen, aber richtig.
Achtung: Im Deutschen wird ein „a“ in der Regel als [a] oder [aː] gelesen („Hand“, „Name“, „Park“), und ein e am Wortende wird gesprochen („Name“ [ˈnaːmə], „Rose“ [ˈʁoːzə]). Im Englischen ändert sich der Laut je nach Silbe, und das e am Wortende bleibt stumm. Viele Wörter, die deutschen gleichen („name“, „hand“, „butter“, „rose“), werden deshalb ganz anders gelesen: name [neɪm], hand [hænd], butter [ˈbʌtə], rose [rəʊz]. Lesen Sie sie nicht wie deutsche Wörter.
Typ 1: die geschlossene Silbe
Die Silbe endet auf einen Konsonanten. Der Vokal wird kurz gelesen.
| Buchstabe | Laut | Beispiele |
|---|---|---|
| a | [æ] | cat, map, bad, hand |
| e | [e] | pen, red, ten, desk |
| i | [ɪ] | sit, big, fish, milk |
| o | [ɒ] | dog, box, hot, stop |
| u | [ʌ] | cup, bus, run, must |
Das ist der häufigste Silbentyp in kurzen Wörtern, und mit ihm beginnt fast jedes Lehrbuch: cat, dog, pen, box. Das [e] in pen und das [ɪ] in sit entsprechen dem kurzen e in „Bett“ und dem kurzen i in „Sitz“, und das [ɒ] in dog liegt nah am kurzen o in „Gott“. Neu sind [æ] und [ʌ]: bus [bʌs] klingt nicht wie das deutsche „Bus“ [bʊs].
Typ 2: die offene Silbe
Die Silbe endet auf einen Vokal – weil das Wort kurz ist (he, go) oder weil nach einem Konsonanten ein stummes e steht. Der Vokal wird so gelesen, wie der Buchstabe heißt.
| Buchstabe | Laut | Beispiele |
|---|---|---|
| a | [eɪ] | name, cake, late, table |
| e | [iː] | he, she, these, Pete |
| i | [aɪ] | nine, like, time, my |
| o | [əʊ] | no, home, nose, go |
| u | [juː] | music, student, use, tune |
Das stumme e am Wortende ist der nützlichste Buchstabe des Englischen. Man hört es nie, aber es verändert den Vokal davor. Im Deutschen ist es genau umgekehrt: Das e am Wortende klingt als kurzes [ə] („Name“, „Hose“, „Note“) und verändert den Vokal davor nicht. Wer name oder note nach deutschem Muster liest, macht zwei Silben daraus. Und das englische u [juː] beginnt mit einem j-Laut: music [ˈmjuːzɪk] ist nicht „Musik“ [muˈziːk] und auch nicht mit dem [yː] aus „Tür“ gesprochen.
| Geschlossen | Offen |
|---|---|
| hat [hæt] – Hut | hate [heɪt] – hassen |
| not [nɒt] – nicht | note [nəʊt] – Notiz |
| kit [kɪt] – Ausrüstung, Set | kite [kaɪt] – Drachen |
| cut [kʌt] – schneiden | cute [kjuːt] – süß |
| pet [pet] – Haustier | Pete [piːt] – Pete (Vorname) |
Typ 3: Vokal + r
Nach dem Vokal steht ein r. Im britischen Englisch wird dieses r nicht für sich gesprochen, aber es verlängert und verändert den Vokal. Das kennen Sie aus dem Deutschen: Auch dort wird ein r nach dem Vokal am Silbenende meist zu einem a-ähnlichen Laut („Vater“, „Tür“, „Uhr“). Im amerikanischen Englisch bleibt das r dagegen hörbar; die Lautschrift in dieser Lektion folgt dem britischen Standard.
| Kombination | Laut | Beispiele |
|---|---|---|
| ar | [ɑː] | car, park, star, hard |
| er, ir, ur | [ɜː] | her, bird, turn, girl |
| or | [ɔː] | for, sport, short, corn |
Beachten Sie: Drei verschiedene Schreibungen – er, ir, ur – ergeben genau denselben Laut [ɜː]. Deshalb reimen sich her, bird und turn, obwohl sie verschieden geschrieben werden.
Typ 4: Vokal + re
Nach dem r steht ein stummes e. Das Ergebnis sind zwei Laute: der Vokal und am Ende ein kurzes [ə].
| Kombination | Laut | Beispiele |
|---|---|---|
| are | [eə] | care, share, square |
| ere | [ɪə] | here, mere |
| ire | [aɪə] | fire, hire, tired |
| ore | [ɔː] | more, store, before |
| ure | [jʊə] | pure, cure |
Alles zusammen
Ein einziger Buchstabe, a, in den vier Silbentypen:
| Typ | Wort | Laut |
|---|---|---|
| geschlossen | cat | [æ] |
| offen | cake | [eɪ] |
| Vokal + r | car | [ɑː] |
| Vokal + re | care | [eə] |
Ein Buchstabe, vier verschiedene Laute. Sie unterscheiden sich nur dadurch, was unmittelbar danach kommt.
So lesen Sie ein unbekanntes Wort
- Suchen Sie den Vokal.
- Schauen Sie, was danach kommt: ein Konsonant – geschlossene Silbe; nichts oder ein stummes e – offene Silbe; ein r – Typ drei; re – Typ vier.
- Lesen Sie den Vokal laut Tabelle und die Konsonanten, wie sie dastehen.
Üben Sie an Wörtern, die Sie vielleicht nicht kennen: plane, plan, sharp, hare. Lösung: [pleɪn], [plæn], [ʃɑːp], [heə].
Der Silbentyp wiegt schwerer als der Wortschatz. Ein unbekanntes Wort laut zu lesen ist kein Trick, sondern eine ganz normale Fertigkeit: Auch wer Englisch als Muttersprache hat, begegnet in einem Text neuen Wörtern und spricht sie richtig aus, weil man nicht das ganze Wort liest, sondern die Silbe. Deshalb lohnt es sich, diese Regel vor jeder Wortschatzliste zu lernen – sie funktioniert auch bei Wörtern, die Sie noch nicht gesehen haben.
Testen Sie, was Sie gelesen haben
Der Test unten geht durch, wie man den Silbentyp erkennt und die Vokale liest. Schauen Sie bei jedem Vokal darauf, was danach kommt.