Gefühle und Reaktionen auf Englisch ausdrücken
Wie Sie Gefühle genauer beschreiben als mit „gut“ und „schlecht“ – und warum -ed und -ing im Englischen den Sinn vertauschen können.
Beim Wortschatz für Gefühle gehen einem schnell die Wörter aus: happy, sad, angry, tired decken viel ab, sagen aber wenig. Dazu kommt eine grammatische Falle, durch die man am Ende genau das Gegenteil von dem sagt, was man meint.
Die Falle -ed / -ing
-ed beschreibt, was eine Person fühlt. -ing beschreibt, was das Gefühl auslöst.
I'm bored. (mir ist langweilig)
I'm boring. (ich bin ein langweiliger Mensch)
Der zweite Satz ist es, den man aus Versehen sagt, und er ist hart. Im Deutschen sagt man meist „Ich langweile mich“ – ein reflexives Verb, bei dem man nicht zwischen zwei Endungen wählen muss. Im Englischen müssen Sie genau das tun.
| -ed (Sie fühlen es) | -ing (das löst es aus) |
|---|---|
| interested | interesting |
| excited | exciting |
| tired | tiring |
| confused | confusing |
| surprised | surprising |
| frustrated | frustrating |
| worried | worrying |
| embarrassed | embarrassing |
| disappointed | disappointing |
| shocked | shocking |
The lecture was confusing, so I was confused.
Auch die Präpositionen dazu sind festgelegt: interested in, worried about, excited about, surprised by, disappointed with, annoyed with someone / about something. Das Deutsche sagt „interessiert an“, „enttäuscht von“, „verärgert über“; im Englischen sind es weder at noch from noch over.
Mehr als happy und sad
Freude: pleased · delighted · thrilled · content · relieved Traurigkeit: disappointed · upset · down · miserable · devastated Ärger: annoyed · irritated · frustrated · furious · livid Angst: nervous · anxious · worried · terrified Überraschung: astonished · stunned · taken aback
Das ist eine Skala, keine Reihe von Synonymen. Annoyed und furious sind verschiedene Stärken desselben Gefühls, und furious für einen verspäteten Zug ist entweder ein Scherz oder eine Übertreibung.
Zwei Wörter sollten Sie besonders auseinanderhalten: upset heißt „bekümmert, aufgewühlt“, nicht automatisch „wütend“. Und excited heißt „voller Vorfreude, begeistert“; das deutsche „aufgeregt“ kann dagegen auch Sorge oder Anspannung bedeuten, dafür steht im Englischen eher nervous oder anxious.
Verstärken Sie kein Wort, das schon stark ist
❌ very furious · ❌ very terrified · ❌ very devastated
Adjektive, die bereits den höchsten Grad ausdrücken, verbinden sich mit absolutely oder utterly, nicht mit very: ✅ absolutely furious · ✅ utterly devastated
Das Deutsche ist hier nachsichtiger: „sehr wütend“ ist ganz natürlich, auch „total wütend“. Genau deshalb rutscht very furious so leicht durch.
Wendungen für den Alltag
Echte Gespräche leben noch mehr von ihnen als von der Adjektivliste:
| Wendung | Bedeutung |
|---|---|
| I'm fed up with it. | ich habe die Nase voll davon |
| I'm over the moon. | ich bin im siebten Himmel |
| I'm stressed out. | ich bin völlig gestresst, am Ende |
| I'm in a good / bad mood. | eine vorübergehende Stimmung |
| It got on my nerves. | es ist mir auf die Nerven gegangen |
| I couldn't believe it. | ich konnte es nicht glauben |
| It cheered me up. | es hat mich aufgeheitert |
Gesondert steht feel like + -ing in der Bedeutung „Lust haben auf“: I feel like going home. · I don't feel like cooking. Nach feel like folgt kein to-Infinitiv, anders als bei „Lust haben, nach Hause zu gehen“.
Über die Gefühle anderer sprechen
Man weiß selten sicher, was eine andere Person fühlt, deshalb schwächt das Englische ab:
- She seems upset. · He looks exhausted.
- She sounds annoyed. (am Telefon)
- He doesn't seem very happy about it.
Beachten Sie: seem und look stehen direkt vor dem Adjektiv; im Alltag sagt man she seems tired und meist nicht „she seems to be tired“. Das entspricht dem deutschen „Sie wirkt müde“.
Auf das reagieren, was jemand sagt
Schweigen wird im Englischen schnell als Gleichgültigkeit gedeutet. Standardreaktionen:
Gute Nachricht: That's great! · Congratulations! · I'm so pleased for you. Schlechte Nachricht: Oh no. · I'm so sorry to hear that. · That's awful. Überraschung: Really? · You're joking! · No way! Mitgefühl: That must be hard. · I can imagine.
Erst die Reaktion, dann die Frage. Erwartet wird zuerst eine emotionale Antwort und danach eine Frage: Oh no — what happened? Eine direkte Frage klingt wie ein Verhör, ein direkter Rat, als hätten Sie nicht zugehört.
Eine schwere Woche im Büro
A: How's it going?
B: Honestly? I'm fed up. The project got cancelled on Monday.
A: Oh no, I'm sorry to hear that. That must be really frustrating.
B: It is. Two years of work. I'm more disappointed than angry, really.
A: I can imagine. Do you feel like getting a coffee?
Eine feste Wendung, ein Adjektiv auf -ing für die Situation und eines auf -ed für die Person, zwei Standardreaktionen und feel like + -ing, um das Thema behutsam zu wechseln.
Testen Sie Ihr Wissen
Der folgende Test stützt sich vor allem auf -ed und -ing.