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Die Zukunft im Englischen: going to und will

Wann Sie „going to“ und wann „will“ verwenden: Der Unterschied liegt darin, wie die Entscheidung zustande kam, nicht darin, wann das Ereignis stattfindet.

Im Englischen gibt es nicht die eine Zukunftsform. Die zwei Formen, die Sie zuerst brauchen, sind going to und will, und die Wahl hängt davon ab, wie Sie die Entscheidung getroffen haben, nicht davon, wie weit das Ereignis entfernt ist. Im Deutschen läuft es anders: Meist genügt das Präsens mit einer Zeitangabe („Ich fahre morgen nach Rom“), und das Futur I mit „werden“ steht eher für Vermutungen und Vorhersagen („Das wird schon klappen“). Genau diese Gewohnheit führt im Englischen zu Sätzen wie ❌ Tomorrow I go to Rome. Im Englischen braucht die Zukunft fast immer eine eigene Form.

Going to: Pläne und sichtbare Anzeichen

Verwenden Sie going to für Entscheidungen, die vor dem Moment des Sprechens getroffen wurden, und für Vorhersagen, die sich auf etwas stützen, das Sie gerade sehen.

  • I'm going to study medicine. (schon entschieden)
  • We're going to visit my parents on Sunday. (abgesprochen)
  • Look at those clouds — it's going to rain. (sichtbares Anzeichen)

Bildung: am / is / are + going to + Grundform des Verbs.

Will: spontane Entscheidungen und Meinungen

Verwenden Sie will für Entscheidungen, die genau jetzt fallen, für Hilfsangebote, Versprechen und Vorhersagen, die auf einer Meinung beruhen.

  • The phone's ringing. I'll get it. (in der Sekunde entschieden)
  • I'll help you with that. (Hilfsangebot)
  • I think she'll like it. (Meinung)

Bildung: will + Grundform für alle Personen. Verneinung: won't.

Achtung, ein falscher Freund: Englisch will ist nicht „will“ im Sinne von „wollen“. Für „wollen“ steht want to. ❌ I will a coffee. → ✅ I'd like a coffee. / I want a coffee.

Der klassische Vergleich

A: We need more milk.

B: OK, I'll buy some. (spontan entschieden)

A: Why are you taking the car?

B: I'm going to buy milk. (war schon geplant)

Kontrollfrage: Wussten Sie es, bevor Sie den Mund aufgemacht haben? Wenn ja, going to. Wenn Sie beim Sprechen entscheiden, will.

Das present continuous für Verabredungen

Für konkrete Absprachen mit Uhrzeit und Ort verwendet das Englische oft das present continuous:

  • I'm meeting Anna at six.
  • We're flying to Rome on Tuesday.

Das ist sehr häufig und klingt natürlich für Dinge, die schon im Kalender stehen. Hier wirkt das Deutsche wie ein Vorbild: „Ich treffe Anna um sechs“ steht im Präsens, im Englischen aber im present continuous.

Und das present simple für Fahrpläne

Öffentliche Zeitpläne (Züge, Flüge, Vorstellungen, Semester) stehen im present simple, auch wenn von der Zukunft die Rede ist.

  • The train leaves at 6:40.
  • The film starts at eight.

Der Unterschied: I'm meeting Anna at six ist eine persönliche Verabredung, the train leaves at six dagegen ein Fahrplan, den jemand anderes festgelegt hat.

Zwei weitere Verwendungen von will

Won't drückt eine Weigerung aus. Bei Gegenständen heißt es „funktioniert nicht“:

  • The car won't start.
  • She won't listen to me.

Shall steht bei Angeboten und Einladungen, nur mit I und we. In Fragen ist es noch lebendig, auch wenn es sonst fast verschwunden ist:

  • Shall I open the window? (Hilfsangebot)
  • Shall we go? (Einladung)

Shall I…? entspricht dem deutschen „Soll ich…?“, shall we…? entspricht „Sollen wir…?“.

Nach when, if, as soon as kein will

Dieser Fehler hält sich hartnäckig. Nach Zeit- und Bedingungswörtern steht im Englischen das Präsens, auch wenn der Sinn in der Zukunft liegt.

  • ❌ I'll call you when I will arrive.
  • ✅ I'll call you when I arrive.
  • ✅ If it rains, we'll stay in.
  • ✅ As soon as she gets here, we'll start.

Hier haben Sie es leichter: Das Deutsche macht es genauso („Ich rufe dich an, wenn ich ankomme“, „Sobald sie da ist, fangen wir an“). Der Fehler entsteht trotzdem, weil will so auffällig ist und man es überall einsetzen möchte.

Dafür gibt es eine andere Falle: Das deutsche „wenn“ deckt sowohl if als auch when ab. Im Englischen ist das ein Unterschied: I'll call you when I arrive (Sie kommen sicher an) und I'll call you if I arrive early (vielleicht, vielleicht nicht).

Will verschwindet nicht ganz, steht aber nur in der zweiten Satzhälfte.

Kurzübersicht

Situation Man verwendet
Schon entschieden going to
Spontan entschieden will
Angebot oder Versprechen will
Sichtbares Anzeichen going to
Feste Verabredung Present continuous
Veröffentlichter Fahrplan Present simple
Nach when / if / as soon as Present simple

Am Telefon etwas ausmachen

A: What are you doing on Saturday?

B: We're going to paint the kitchen. Why?

A: I was going to ask you to lunch. I'll call you next week instead.

B: Do — I'll be free once the kitchen's finished. The shop opens at nine, so we'll start early.

Are you doing ist eine Verabredung, going to paint ein Plan, I'll call eine spontane Entscheidung, opens die Öffnungszeit des Ladens.

Testen Sie Ihr Wissen

Der folgende Test prüft den Unterschied nach dem Zeitpunkt der Entscheidung: Genau das trennt diese Formen.

Testen Sie Ihr Wissen: Test: going to und will →