Einfache Geschichten auf Englisch lesen: wer, wann und was passiert ist
Wie Sie einer kurzen englischen Geschichte folgen – wer was tut und in welcher Reihenfolge alles geschehen ist.
Eine kurze Geschichte ist schwieriger als ein Plakat, denn man muss mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf behalten: die Personen, die Reihenfolge der Ereignisse und den Zeitpunkt. So verlieren Sie den Faden nicht.
Wer ist wer
Im Englischen wird der Name einmal genannt, dann geht es mit he / she / they / it weiter. Wenn Sie den Faden verlieren, gehen Sie zum zuletzt genannten Namen zurück.
Marta arrived late. She had missed the bus, so she walked. When she got there, Tom was already waiting.
She ist hier immer Marta. Sobald aber ein neuer Name auftaucht – Tom –, können sich die Pronomen ändern.
Achten Sie auch auf andere Arten, dieselbe Person zu benennen: Marta kann zu her sister, the older woman oder the teacher werden. Das Englische vermeidet es, den Namen zu wiederholen, und verlässt sich darauf, dass Sie den Faden halten.
Hier ist das Deutsche genauer: Es wählt „er“, „sie“ oder „es“ nach dem Geschlecht des Nomens („Der Tisch ist groß, er steht am Fenster“), und das hilft bei der Zuordnung. It verweist dagegen auf jede beliebige Sache. Im Englischen müssen Sie also das Nomen, auf das it sich bezieht, über den Sinn finden, nicht über die Form.
Die Reihenfolge der Ereignisse
Eine Geschichte wird nicht immer in der Reihenfolge erzählt, in der sie geschehen ist. Die Reihenfolge zeigen diese Wörter an:
| Wort | Bedeutung |
|---|---|
| then, after that, later | das nächste Ereignis |
| before | bevor |
| already | ist früher passiert als erwartet |
| suddenly | plötzlich |
| finally, in the end | das letzte Ereignis |
| meanwhile | gleichzeitig |
| by the time | als … soweit war, bis |
Achten Sie besonders auf before. She ate before she left heißt, dass das Essen zuerst stattfand, auch wenn left am Ende des Satzes steht.
Das past simple ist der Motor der Geschichte
Die Ereignisse der Geschichte stehen fast immer im past simple: arrived, walked, waited, saw. Und wenn had + Verb auftaucht (had missed), ist es noch früher passiert:
When she got there, Tom had already left.
Tom ist zuerst gegangen, dann kam sie an und fand niemanden vor.
Und was/were + -ing ist der Hintergrund: das, was schon im Gange war, als das Ereignis eintrat:
She was reading when the phone rang.
Das Lesen lief schon; der Anruf hat es unterbrochen.
Das Deutsche hat teils genaue Entsprechungen: had left entspricht dem Plusquamperfekt („war gegangen“), und das past simple dem Präteritum („kam an“, „ging“). Dafür gibt es kein Gegenstück zu was reading: Das Deutsche sagt „Sie las, als das Telefon klingelte“ und benutzt für Hintergrund und Ereignis dasselbe Präteritum. Das Englische markiert den Hintergrund eigens mit was + -ing. Noch ein Unterschied: Wo das Deutsche beim mündlichen Erzählen das Perfekt nimmt („Ich bin gestern angekommen“), steht im Englischen das past simple: I arrived yesterday.
Wo und wann alles geschieht
Der Schauplatz wird oft in der ersten oder den ersten beiden Zeilen gesetzt, dann spricht man nicht mehr davon:
It was almost midnight, and the station was empty.
Alles Weitere geschieht dort und dann. Wenn Sie die Orientierung verlieren, steht der Schauplatz am Anfang.
Was die Figuren sagen
Direkte Rede wird durch Anführungszeichen markiert, und das „sagte“ kann davor wie danach stehen:
"I'll wait outside," she said.
He asked, "Are you sure?"
Das Verb, das das Zitat einleitet, vermittelt die Stimmung: she whispered, he shouted, she muttered, he insisted. Es enthält oft mehr Information als die Worte in den Anführungszeichen selbst.
Gefühle erklären Handlungen
Geschichten erklären Handlungen durch Gefühle: worried, annoyed, relieved, surprised. Wenn Sie das Gefühl verstehen, verstehen Sie normalerweise auch die Handlung, die darauf folgt.
Was nicht gesagt wird
Kurze Geschichten lassen viel aus und verlassen sich darauf, dass Sie den Rest ergänzen:
Sam looked at the empty platform, then at the clock. He sat down on his suitcase.
Niemand sagt, dass er seinen Zug verpasst hat. Das sagen anstelle der Autorin oder des Autors der leere Bahnsteig, die Uhr und die Tatsache, dass er sich auf den Koffer gesetzt hat. Die Frage „Warum hat er so gehandelt?“ führt oft genau zu dem, was die Autorin oder der Autor ungesagt gelassen hat.
Ein Beispiel analysiert
Sam checked his bag twice. His passport wasn't there. He ran back to the flat, but the door was locked and his keys were in the bag he had left at the café. Finally, he phoned his sister.
Die Reihenfolge: Zuerst hat er die Tasche im Café gelassen (das Älteste – had left), dann hat er die Tasche überprüft, ist nach Hause gerannt, hat die Tür verschlossen vorgefunden und seine Schwester angerufen. Das Gefühl, das alles erklärt, ist Panik.
Noch eines zum Üben
Anna had been saving for two years. When the letter finally came, she read it twice, then put it face down on the table. Her brother watched her for a moment. "Well?" he said. She was smiling.
Drei Fragen: was vor allem anderen geschah (sie hat gespart), was im Brief stand (gute Nachrichten – she was smiling) und warum sie ihn mit der Schrift nach unten auf den Tisch legte (um den Moment auszudehnen). Nur der erste Punkt wird direkt gesagt.
Stellen Sie der Geschichte drei Fragen, genau in dieser Reihenfolge. Wer ist beteiligt? In welcher Reihenfolge ist alles geschehen? Was haben sie empfunden? Fast jede Verständnisfrage lässt sich auf eine dieser drei zurückführen, und sie beim Lesen zu beantworten ist viel leichter, als sie hinterher zu rekonstruieren.
Testen Sie, was Sie gerade gelesen haben
Der folgende Test fragt, wer was getan hat und wann.